Welcome. This is a blog about Information Architecture, Webdesign, Webdevelopment and everything else that I might find interesting. I write about my work, my experiences and what I read on the web. Enjoy!
10
Januar 2009



Kommentar: Digital Natives verzichten gerne auf Privatsphäre

Gerade lese ich bei Klaus Eck, auch bekannt als PR Blogger, dass viele Jugendlichen von heute, oder auch “Digitall Natives”, wie er sie so schön nennt, eine Auffassung von Privatsphäre besitzen, welche sich stark von der früherer Generationen unterscheidet. Laut der amerikanischen Studie “Display of Health Risk Behaviors on MySpace by Adolescents” enthielten rund 54% der öffentlichen Profile jugendlicher Myspace-Nutzer Informationen über eigentlich private Vorlieben und Geschehnisse. Dass diese Informationen auch noch Jahre später auffindbar sind, darüber scheinen sich die betreffenden Personen nicht im klaren zu sein, oder es ist ihnen teilweise schlicht egal. Beides deutet jedoch auf ein ausgeprägten Mangel an Medienkompetenz hin.

Ich stimme den Aussagen von Herrn Eck in jeder Hinsicht zu. Diesen Mangel an der Beachtung der eigenen Privatssphäre stelle ich jedoch nicht nur im Web fest, sondern er scheint sich auf viele Bereiche des täglichen Lebens auszuwirken. Gerade gestern konnte ich in der Bahn beobachten, wie eine junge Frau in geschätzen Alter von 16 Jahren mit aktiviertem Lautsprecher ihres Handys in einem vollen Bahnabteil telefonierte. Allen anwesenden blieb kein Detail des Gesprächs verborgen.

Um ehrlich zu sein bin ich mir selbst nicht sicher, in wie weit auch Erwachsene von diesem Trend verschont bleiben. Bei einer Vielzahl meiner Freunde und Bekannte stelle ich einen zunehmenden Trend zur Selbstdarstellung fest. Dies ist keineswegs in negativen Sinne gemeint, sondern beschreibt vielmehr den Trend, vermehrt öffentlich zugängliche Informationen im Web preis zu geben. Dies umfasst von privaten Fotos auf Flickr über hochaktuelle Statusnachrichten auf Twitter, Facebook oder anderen Social Networks bis hin zu intimen Blogeinträgen alle Bereiche des privaten Lebens.

Noch vor einigen Jahren wäre mir der Gedanke, Statusnachrichten ins Web zu stellen, abwegig vorgekommen. Gleiches gilt für persönliche Blogeinträge. Doch viele meiner damaligen Ansichten haben sich geändert. In meinem Fall aus dem Grund, weil ich mich stärker mit meinen Freunden und Bekannten verbinden möchte. Twitter, Facebook und andere Social Tools helfen mir dabei, diejenigen auf dem Laufenden zu halten, mit denen ich nicht so viel Kontakt habe. Doch auch diese Einstellung ist eher neu, zumindest in meinem Umfeld.

Ich denke daher, dass nicht nur die Jugend von einem Trend erfasst ist, welcher die früheren Grenzen der Privatsphäre aufweicht oder verschiebt. Dies ist nicht zwingend schlecht, werden bestimmte Grundregeln beachtet. Gerade die Jugend, welche mit diesen neuen Medien aufwächst, sind oftmals überfordert von den Möglichkeiten und Gefahren die diese mit sich bringen. Denn von wem sollten sie die entsprechenden Regeln lernen, wenn doch die älteren Generationen selbst noch kaum Erfahrung mit diesen Medien gemacht haben, und höchst wahrscheinlich auch nie ausreichend machen werden? Das Web bietet viele Möglichkeiten, sich stärker mit seinen Mitmenschen verbunden zu fühlen. Das lässt nur zu leicht die Gefahren vergessen. Es ist daher dringend nötig, dass Eltern und Lehrer sich mit diesen Themen auseinander setzen. Ohne Führung werden die jungen Generationen aus Fehlern lernen müssen, die sie unter Umständen Jahre zuvor begangen haben.

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by Sebastian Schäffer


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One comment on "Kommentar: Digital Natives verzichten gerne auf Privatsphäre"
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FINENo Gravatar
10/01/09

Selbstinszenierung – förmlich aufgezwungen!
Es ist nicht neu, dass in einer Gesellschaft der soziale Status eine wichtige Rolle spielt. Die Zugehörigkeit von Gruppen oder bestimmte Prestigeobjekte bestimmen diesen. Somit ist es meiner Meinung nach kein Wunder, dass das Internet als eine Art „Hülle“ des eigenen Seins genutzt wird, um dem schon immer vorhandenen Bedürfnis des Menschen der Selbstinzenierung gerecht zu weden. Es geht so schön einfach, fast kostenlos, dass eigene Ego aufzupolieren. Keine Markenjeans ist nötig, um sich einer Gruppe zugehörig zu fühlen. Sind die eigenen Freunde in der Realität nicht gut genug, wird mit „aufpolierten“ Profil im Internet nachgeholfen. Nur um der Sucht eigener Anerkennung nach zu kommen. Ich sehe darin auch eine große Gefahr für Jugendliche, die sich dem möglichen Datenmissbrauch „kopflos“ aussetzen. Daher wären in Schulen Präventionsmaßnahmen nötig.
Viele Plattformen wie Fotocommunity und Flickr haben meiner Meinung nach, noch etwas mehr mit Bestätigung des eigenen Könnens und dem Austausch von Techniken zu tun. Dort geht es weniger um die eigene private Darstellung seines sozialen Umfeldes.
Anders bei Formaten wie StudiVZ; hier ist es mittlerweile ein sozialer Zwang angemeldet zu sein. Sind wenige Angaben über die Person im Profil zu finden, existiert kein Fotoalbum mit zig Varianten der eigenen Selbstdarstellung oder ist gar die Seite für „Nichtfreunde“ komplett gesperrt, müssen sich die User auf Witzeleien von außen einstellen. Aufgrund der fehlenden universitätseigenen Austauschplattformen ist StudiVZ ein gewünschtes Format, dass sehr viel Arbeitszeit des Studenten spart [grundsätzlich sparen könnte :) ]. Die Anmeldung ist somit Pflicht, so dass auch der „misstrauische“ Student angemeldet ist und sich der eigenen Selbstinszenierung aussetzt.
Ist interessant hier – schaue immer mal rein.lg


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