Kommentar: Digital Natives verzichten gerne auf Privatsphäre
Gerade lese ich bei Klaus Eck, auch bekannt als PR Blogger, dass viele Jugendlichen von heute, oder auch “Digitall Natives”, wie er sie so schön nennt, eine Auffassung von Privatsphäre besitzen, welche sich stark von der früherer Generationen unterscheidet. Laut der amerikanischen Studie “Display of Health Risk Behaviors on MySpace by Adolescents” enthielten rund 54% der öffentlichen Profile jugendlicher Myspace-Nutzer Informationen über eigentlich private Vorlieben und Geschehnisse. Dass diese Informationen auch noch Jahre später auffindbar sind, darüber scheinen sich die betreffenden Personen nicht im klaren zu sein, oder es ist ihnen teilweise schlicht egal. Beides deutet jedoch auf ein ausgeprägten Mangel an Medienkompetenz hin.
Ich stimme den Aussagen von Herrn Eck in jeder Hinsicht zu. Diesen Mangel an der Beachtung der eigenen Privatssphäre stelle ich jedoch nicht nur im Web fest, sondern er scheint sich auf viele Bereiche des täglichen Lebens auszuwirken. Gerade gestern konnte ich in der Bahn beobachten, wie eine junge Frau in geschätzen Alter von 16 Jahren mit aktiviertem Lautsprecher ihres Handys in einem vollen Bahnabteil telefonierte. Allen anwesenden blieb kein Detail des Gesprächs verborgen.
Um ehrlich zu sein bin ich mir selbst nicht sicher, in wie weit auch Erwachsene von diesem Trend verschont bleiben. Bei einer Vielzahl meiner Freunde und Bekannte stelle ich einen zunehmenden Trend zur Selbstdarstellung fest. Dies ist keineswegs in negativen Sinne gemeint, sondern beschreibt vielmehr den Trend, vermehrt öffentlich zugängliche Informationen im Web preis zu geben. Dies umfasst von privaten Fotos auf Flickr über hochaktuelle Statusnachrichten auf Twitter, Facebook oder anderen Social Networks bis hin zu intimen Blogeinträgen alle Bereiche des privaten Lebens.
Noch vor einigen Jahren wäre mir der Gedanke, Statusnachrichten ins Web zu stellen, abwegig vorgekommen. Gleiches gilt für persönliche Blogeinträge. Doch viele meiner damaligen Ansichten haben sich geändert. In meinem Fall aus dem Grund, weil ich mich stärker mit meinen Freunden und Bekannten verbinden möchte. Twitter, Facebook und andere Social Tools helfen mir dabei, diejenigen auf dem Laufenden zu halten, mit denen ich nicht so viel Kontakt habe. Doch auch diese Einstellung ist eher neu, zumindest in meinem Umfeld.
Ich denke daher, dass nicht nur die Jugend von einem Trend erfasst ist, welcher die früheren Grenzen der Privatsphäre aufweicht oder verschiebt. Dies ist nicht zwingend schlecht, werden bestimmte Grundregeln beachtet. Gerade die Jugend, welche mit diesen neuen Medien aufwächst, sind oftmals überfordert von den Möglichkeiten und Gefahren die diese mit sich bringen. Denn von wem sollten sie die entsprechenden Regeln lernen, wenn doch die älteren Generationen selbst noch kaum Erfahrung mit diesen Medien gemacht haben, und höchst wahrscheinlich auch nie ausreichend machen werden? Das Web bietet viele Möglichkeiten, sich stärker mit seinen Mitmenschen verbunden zu fühlen. Das lässt nur zu leicht die Gefahren vergessen. Es ist daher dringend nötig, dass Eltern und Lehrer sich mit diesen Themen auseinander setzen. Ohne Führung werden die jungen Generationen aus Fehlern lernen müssen, die sie unter Umständen Jahre zuvor begangen haben.
That's it. What Next?
Please leave your comment so we know what you think about this article.
Trackback URL: Kommentar: Digital Natives verzichten gerne auf Privatsphäre.











