Immer mehr Ärger um StudiVZ
Das StudiVZ steht zur Zeit nicht unter dem besten Stern, denn nun bekommt die Holtzbrinck-Tochter Ärger an einer weiteren Front. Laut einem Bericht der FTD erwägen die früheren Anteilseigner und Gründer Dasiani und Suter den Verlag “wegen nicht gemachter Abmachungen zu verklagen”.
Hierbei geht es wohl im Speziellen um die performanceabhängigen Zahlungen, die Dasiani und Suter neben der einmaligen Zahlung von geschätzen 85Mio Euro zustehen. Als Begründung für die mögliche Klage geben die Beiden an, dass das Nicht-Erreichen bestimmter Meilensteine (Reichweite, Umsatz etc.), an welche die Zahlungen geknüpft waren, durch die Unternehmensführung mitverschuldet wurde. Wie z.B. eine Öffnung von StudiVZ für externe Applikationen der VZ-Gruppe mittel- und langfristig hätte helfen können, kann man im Artikel “Der StudiVZ-Effekt, Teil 2: Plattform- statt Portaldenken” nachlesen.
Auf vielen Blogs lese ich zur Zeit, dass der große Konkurrent Wer-kennt-wen.de den großen Nutzen aus der Misere bei Holtzbrinck ziehen wird. Ich persönlich bin nicht sicher, ob die Probleme bei StudiVZ einen großen Einfluss auf den Erfolg von WKW haben werden, denn letzten Endes stehen beide Netzwerke vor dem gleichen Problem - der Monetarisierung. Auch bei WKW sehe ich hier noch keine viel versprechenden Ansätze in dieser Richtung. Und nachdem die beiden Gründer im kürzlich erschienenen FAZ-Interview verkündeten, gerade aus Rücksicht auf die weniger internetaffine Nutzergemeinde von WKW, auf große technische Neuerungen (wie eine API) zu verzichten, wird hier wohl ein anderes Model für stärkere Einnahmen sorgen müssen.
Auch PR-seitig werden wohl viele Nutzer von WKW die Probleme bei Holtzbrinck nicht mitbekommen, da WKW ja gerade eine Zielgruppe anspricht, die sich weniger mit IT-lastigen Themen auseinander setzt. Vielleicht ist die größte Änderung eine ganz andere - nämlich die Verschiebung des StudiVZ vom größten deutschen Social Network hin zum Netzwerk für eine, wenn auch große, “Nische”. Das Reichweite alleine kein Mittel zum Erfolg ist, wird früher oder später auch WKW erkennen. Noch haben sie jedoch die Chance, diese Entwicklung frühzeitig abzufangen. Einen Punkt, den StudiVZ bereits überschritten hat, und nun an mehreren Fronten damit kämpfen muss. Fakt ist, dass noch kein Social Network eine wirklich lukrative Methode zur Monetarisierung gefunden hat (abgesehen vom Freemium-Model ala Xing). Dies ist auch beim oft gelobten Vorbild Facebook nicht der Fall. Ob Facebook Connect den erhofften Effekt bringt, muss sich erst noch beweisen.
Einen wirklichen Gewinner gibt es also zur Zeit meiner Meinung nach nicht. Den Erfolg von WKW können sich die beiden Gründer selbst zuschreiben, denn der liegt zum einen in der breiteren Ausrichtung, und zum anderen in der technisch einfacheren Umsetzung, welche der Zielgruppe entgegen kommt.
Was mich interessieren würde: Gibt es Statistiken über die Nutzerzahlen von StudiVZ, die sich NICHT auf Pageimpressions beziehen?
That's it. What Next?
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