Myspace: Abkehr von der Anonymität
Wie PC Professionell berichtet, wendet das erfolgreiche Social Network Myspace der Anonymität den Rücken zu. Nutzer sollen mittelfristig dazu bewegt werden, ihre Real-Namen zu verwenden, um so auch die Transparenz untereinander zu erhöhen.
Die eigentlich Motivation liegt jedoch wohl eher an anderer Stelle, nämlich der Bedeutung von Real-Namen für die Monetarisierung des Netzwerks durch Marketing und Services von Drittanbietern. Als weiterer Grund wird der Erfolg von Facebook angegeben, welches seit jeher auf die echten Namen der Nutzer setzt.
Die grundsätzlichen demographischen Unterschiede zwischen Myspace und Facebook (wenn auch nicht mehr so stark, wie in einigen Artikel beschrieben) lassen einen direkten Vergleich meiner Meinung nach jedoch nur bedingt zu. Hier scheint man zu vergessen, dass man es mit einem Publikum zu tun hat, welches sich von Facebook unterscheidet, und somit auch ein anderes Nutzungsverhalten an den Tag legt.
Andererseits verändert sich die Demographie von Myspace seit dessen Launch immer mehr. War dort zu Anfang ein hauptsächlich junges Publikum zu finden, so waren 2006 bereits 2/3 der User über 25 Jahre. Mittelfristig mag diese Umstellung also dem neuen Publikum, und vor allem den Monetarisierungszielen von Mypace gerecht werden. Es bleibt abzuwarten, ob da “Wegfallen” der Anonymität weiteren Einfluss auf die Demographie von Myspace haben wird. Gerade den jungen Nutzern, die Myspace als ihre Spielwiese ansahen, könnte diese Veränderung übel aufstoßen.
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