Facebook und der Nutzen der Apps und FB Connects
Martin Weigert von Netzwertig.com befasst sich in seinem aktuellen Artikel mit dem Ende des Hypes der Facebook-Applications und zieht ein recht ernüchterndes Fazit.
“Nur rund 400 Applikationen können sich über mehr als 100.000 monatliche Benutzer freuen - weniger als ein Prozent aller Apps.”
Ein ernüchterndes, wenn auch nicht weiter verwunderliches Ergebnis des über ein Jahr lang andauernden Hypes. Die schiere Masse an Applikationen vermochte gegen Ende wohl nur noch den hart gesottenen Facebook Usern zu erfreuen. Ich, der ich mich als “Normaluser” bezeichnen würde, fühlte mich des öfteren gestört von der unglaublichen Masse an Einladungen, bei der ich nur schwer den Überblick behalten konnte.
Als neuen Stern am Facebook-Himmel sieht Martin Facebook Connect, wo ich ihm zweifellos zustimme. Für mich stellt sich jedoch weniger die Frage, was für Facebook und dessen Masse an internationalen Usern letzten Endes das nützlichere Werkzeug sein wird, um die Marktposition zu stärken. Vielmehr interessiert mich, in wie weit die Applikationen sowie Facebook Connect in Zukunft einen Nutzen für User im deutschen Raum generieren werden.
Dieser, sicherlich sehr eingeschränkten, Sichtweise liegt die Annahme zu Grunde, dass eine Vielzahl der Unternehmen in Deutschland auch gerade nur im deutschsprachigen Raum aktiv sind und somit einen klaren Fokus auf eben diese Nutzer legen wollen und müssen.
In wie weit haben also Facebook Applications und das neue Facebook Connect einen Einfluss auf Funktionen, Geschäftsmodelle oder Verfahrensweisen deutscher Unternehmen, wo doch die Nutzerzahl der deutschsprachigen Facebook-User neben lokalen Größen wie der VZ-Gruppe oder WKW zu vernachlässigen sind?
Ich persönliche sehe den Nutzen eher als gering an und fühle mich ein wenig an den Second Live-Hype erinnert. Einen wirklichen praktischen Nutzen sehe ich für lokal agierende Unternehmen nur bedingt. Dies liegt vor allem an der noch recht geringen Durchdringung des deutschen Marktes. Die deutsche Social-Network-Community konzentriert sich immernoch auf Lokalgrößten wie StudiVZ oder Wer-kennt-wen.de und wird dort sicherlich auch noch eine Weile bleiben. Nicht umsonst bemühte sich Facebook um eine Übernahme der VZ-Gruppe.
Zu diesem Zeitpunkt kann also der abflauende Hype um die Facebook Applications den meisten Unternehmen im deutschen Raum relativ egal sein. Nur Unternehmen mit einer stark internationalen Ausrichtung könnten von Facebook Applications oder auch Facebook Connect profitieren. Eine Entwicklung für das iPhone oder Andriod halte ich jedoch ebenfalls nur in bestimmten Situationen für sinnvoll. Gerade junge Startups sollten sich hier meiner Meinung nach eher auf die Ausarbeitung ihrer Hauptfeatures konzentrieren als auf “Nice to have”-Features wie iPhone- oder Andriod-Applications zu setzen, es sei denn ihr Modell zielt klar auf den mobilen Sektor. Gleiches gilt, zumindest zum jetzigen Zeitpunkt für eine Implementierung von Facebook Connect.
Einen wirklichen, wenn auch indirekten, Nutzen für die deutschsprachigen User sehe ich jedoch vor allem in einem Punkt. Facebook hat es geschafft durch Facebook Connect ein Wettrennen zwischen den Big Playern des Webs in Gang zu setzen, welches letzten Endes auch dem “lokalen” User zu Gute kommen wird. Nicht jeder gehört zu den Globetrottern des neuen Webs, aber zum Glück werden neue Entwicklungen nicht vor der Landesgrenze halt machen und somit, wenn auch mit Verspätung, den “normalen” Nutzer erreichen. Und nicht umsonnst nennen einige diese ersten Ansätze von Data Portability und dem beginnenden Wegfall der “walled gardens” schon das Web3.0. Es bleibt spannend zu sehen, wie sich diese Entwicklung langfristig auf aktuelle und zukünftige Webapplikationen auswirken wird.
That's it. What Next?
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